Ratgeber · Planung

Was kostet ein Architekt in der Schweiz?

Die Frage, die sich alle stellen und kaum jemand offen beantwortet. Hier ist die Antwort — inklusive der Gegenfrage, die wichtiger ist: Was bekommst du dafür?

Baupläne und Bleistift auf einem Holztisch
Planung ist kein Zuschlag auf den Bau — sie entscheidet, was der Bau kostet. Bild: Pexels

Die drei Honorarmodelle

Grafik: Die drei Honorarmodelle für Architekten
Prozent, Stunde oder Pauschale — jedes Modell hat seinen Platz.

Prozent der Bausumme. Das übliche Modell für ganze Projekte: Das Honorar richtet sich nach Baukosten und Leistungsumfang, die Leistungen sind in den SIA-Ordnungen sauber definiert — von der ersten Studie bis zur Bauabnahme. Als grobe Orientierung liegt das volle Paket aus Planung und Bauleitung meist im Bereich von 10 bis 15 Prozent der Bausumme; bei Umbauten eher oben, weil der Bestand mehr Aufwand macht als die grüne Wiese.

Stundensatz. Für Beratungen, Studien und kleine Mandate. Üblich sind je nach Erfahrung und Region etwa 120 bis 180 CHF pro Stunde. Volle Transparenz, offenes Ende — darum gehört eine Kostenobergrenze in jede Stundenvereinbarung.

Pauschale. Für klar umrissene Pakete: eine Machbarkeitsstudie, ein Vorprojekt mit Kostenschätzung, eine Baueingabe. Fixer Preis, fixer Umfang — mein bevorzugtes Modell für den Einstieg, weil du von Anfang an weisst, woran du bist.

Architekt skizziert über Bauplänen
Die teuersten Entscheide fallen mit dem Bleistift, nicht mit dem Bagger. Bild: Pexels

Was du für das Honorar bekommst

Grafik: Wohin das Architektenhonorar fliesst
Das Honorar über ein ganzes Projekt: mehr als die Hälfte fliesst in Ausführung und Bauleitung.

Die ehrliche Rechnung geht so: Der Architekt kostet — und er spart an vier Stellen, die man erst am Ende sieht.

  • Im Entwurf. Die günstigste Lösung ist oft nicht die offensichtliche. Räume umorganisieren statt anbauen, Öffnen statt Erweitern — der Entwurf entscheidet über Hunderttausende, bevor der erste Handwerker kommt.
  • In der Ausschreibung. Vergleichbare Offerten, saubere Leistungsbeschriebe, keine Löcher, aus denen später Nachträge wachsen.
  • Im Verfahren. Eine Eingabe, die beim ersten Mal durchgeht, statt Nachforderungen und Monaten Verzug — siehe Baubewilligung im Kanton Zürich.
  • Auf der Baustelle. Jemand, der die Rechnungen prüft, die Qualität abnimmt und bei Problemen für dich streitet — nicht für den Unternehmer.

Der Einstieg: die Machbarkeitsstudie

Für die meisten Bauherren ist der beste erste Schritt keine Vollbeauftragung, sondern eine Machbarkeitsstudie zum Pauschalpreis: Was erlaubt die Zone, was trägt die Substanz, was kostet das Vorhaben in ehrlichen Bandbreiten — und lohnt es sich überhaupt? Je nach Umfang liegt so eine Studie bei wenigen tausend Franken. Sie ist das Fundament jeder guten Entscheidung, auch wenn die Entscheidung am Ende «nicht bauen» heisst.

Rafael Baumann, Zimmermann und Architekt
Rafael Baumann — gelernter Zimmermann, Architekt, Atelier in Zürich.
Architekt bei der Arbeit am Schreibtisch
Studie statt Bauchgefühl: Der erste Schritt ist Papier, nicht Beton. Bild: Pexels

So arbeite ich

Transparenz ist bei mir keine Floskel, sondern Methode: Das Erstgespräch kostet nichts. Danach bekommst du ein schriftliches Angebot mit klarem Umfang und klarem Modell — Pauschale für definierte Pakete, transparente Abrechnung für alles Offene. Keine Überraschungen, keine versteckten Prozente. Und weil ich vom Handwerk komme, endet meine Verantwortung nicht am Papierrand: Ich plane, was sich bauen lässt, und begleite, was ich geplant habe.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Architekt auch für kleine Umbauten?

Für einen reinen Küchenersatz: meist nein. Sobald Wände, Statik, Bewilligung oder mehrere Handwerker im Spiel sind: ja — dann verdient die Koordination ihr Honorar selbst. Die ehrliche Antwort gibt es im Erstgespräch, auch wenn sie «du brauchst mich nicht» lautet.

Was ist der Unterschied zwischen Architekt und Generalunternehmer?

Der Architekt arbeitet in deinem Auftrag und verdient am Honorar. Der Generalunternehmer verkauft dir das Werk zum Fixpreis und verdient an der Differenz. Beides hat seinen Platz — aber nur einer von beiden sitzt bei Konflikten auf deiner Seite des Tischs.

Kann ich nur die Planung nehmen und selbst bauen lassen?

Ja, Teilleistungen sind normal: nur Studie, nur Baueingabe, Planung ohne Bauleitung. Wichtig ist, dass die Schnittstelle klar geregelt ist — wer die Bauleitung spart, sollte wissen, wer die Qualität prüft.

Du willst wissen, was dein Projekt kosten würde?

Im kostenlosen Erstgespräch bekommst du eine ehrliche Einschätzung — und danach ein schriftliches Angebot mit klaren Zahlen. Unverbindlich.

Mehr dazu: Wie das Erstgespräch abläuft · Gebaute Projekte ansehen

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