Ratgeber · Zimmerei
Holzterrasse bauen: Holzarten, Unterbau und Kosten
Ob eine Holzterrasse zehn oder dreissig Jahre hält, entscheidet sich dort, wo man nie hinschaut: im Unterbau. Was der Quadratmeter kostet, welches Holz taugt und wo Selberbauen aufhört.
Der Unterbau ist die halbe Terrasse
Fault eine Terrasse, fault sie fast immer im Unterbau — dort, wo Holz auf Feuchtigkeit sitzt und nicht abtrocknen kann. Die Regeln sind einfach und werden trotzdem ständig verletzt: Kein Holz im Erdreich. Die Unterkonstruktion steht auf Punktfundamenten oder verstellbaren Füssen. Gefälle. Wasser muss ablaufen können, ein bis zwei Prozent reichen. Luft. Unter den Dielen braucht es einen durchlüfteten Hohlraum, keine satt aufliegenden Latten auf Platten.
Was eine Holzterrasse kostet
Vom Zimmermann gebaut, inklusive Unterbau: 300 bis 600 CHF pro m2. Eine Terrasse von 25 m2 liegt damit bei 8000 bis 15 000 CHF. Am unteren Rand: einfache Form, Lärche, guter Zugang. Am oberen: Eiche oder Thermoholz, verdeckte Verschraubung, Stufen und Abschlüsse, schwieriger Untergrund.
Zum Vergleich, ehrlich: Der Baumarkt-Selbstbau kostet einen Drittel davon. Wer gerne baut, einen ebenen Untergrund hat und mit sichtbaren Schrauben leben kann, darf das tun. Der Zimmermann lohnt sich, wo die Terrasse ans Haus anschliesst, der Boden schräg oder weich ist, Stufen nötig sind — oder die Terrasse schlicht das Wohnzimmer des Sommers wird und entsprechend gut aussehen soll.
Welches Holz für die Terrasse
- Lärche — der Schweizer Standard. Preiswert, robust, vergraut silbrig. Harzgallen und feine Splitter gehören zu ihrem Charakter.
- Douglasie — ähnlich wie Lärche, etwas rötlicher und ruhiger im Bild.
- Eiche — hart, dauerhaft, edel. Teurer, und sie will eine präzise Unterkonstruktion.
- Thermoesche — heimisches Holz, durch Hitze dauerhaft gemacht. Formstabil, splitterarm, barfussfreundlich. Unsere Empfehlung, wenn das Budget sie zulässt.
Tropenholz bauen wir bewusst nicht ein. Nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil es schlicht nicht nötig ist: Mit Thermoholz und Eiche gibt es dauerhafte Antworten aus Europa.
Bewilligung und Anschluss ans Haus
Eine ebenerdige Terrasse ohne Überdachung ist im Kanton Zürich meist bewilligungsfrei. Sobald sie aufgeständert ist, ein Geländer braucht oder ein Dach bekommt, ändert sich das — die Übersicht gibt der Ratgeber zur Baubewilligung. Heikelster Punkt beim Bauen selbst ist der Anschluss ans Haus: Die Terrasse darf die Fassadenentwässerung nicht stören und muss unter der Türschwelle bleiben, sonst steht bei Schlagregen das Wasser an der Schwelle. Genau solche Anschlüsse sind der Grund, warum diese Arbeit zum Zimmermann gehört. Wer die Terrasse überdachen will, findet die Kosten im Beitrag Pergola und Carport.
Pflege: weniger, als alle denken
Eine Holzterrasse braucht pro Jahr genau eine Pflege: im Frühling gründlich wischen und mit Wasser und Bürste reinigen, damit Laub und Algen den Belag nicht dicht machen. Ölen ist Geschmackssache — es hält den Farbton, muss dann aber jährlich wiederholt werden. Wer das Holz vergrauen lässt, hat am wenigsten Arbeit. Rutschig wird eine Terrasse nicht vom Holz, sondern vom Belag darauf: Algen wachsen dort, wo Wasser steht. Stimmt das Gefälle, bleibt der Belag griffig.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Holzterrasse?
Mit richtigem Unterbau: Lärche 15 bis 25 Jahre, Eiche und Thermoholz 25 bis 40. Mit falschem Unterbau: die Hälfte, egal welches Holz.
Holz oder WPC?
WPC ist pflegeleicht, wird aber in der Sonne heiss, altert optisch schlechter und lässt sich nicht aufarbeiten. Holz kann man schleifen, ölen, reparieren. Wir bauen Holz — aber wer barfuss nie über warme Dielen gehen will und nie wischen möchte, fährt mit WPC nicht falsch.
Geht eine Holzterrasse auch auf dem Flachdach oder Balkon?
Ja, auf Stellfüssen ohne Durchdringung der Abdichtung. Wichtig sind das zulässige Gewicht und die Höhe des Geländers — beides prüfen wir vor der Offerte.
Terrasse geplant?
Schick mir ein Foto vom Platz und die ungefähren Masse — ich sage dir, was der Unterbau braucht und was die Terrasse kostet. Als Zimmerei in Zürich bauen wir sie komplett, vom Fundament bis zur letzten Diele. Das Erstgespräch ist kostenlos.
Mehr dazu: Wie das Erstgespräch abläuft · Gebaute Projekte ansehen

